Eine Bereicherung für den Lehrplan sind Ausbildungsprojekte, die Abwechslung in den normalen Schulalltag bringen. Hier wird die enge Verzahnung von schulischem und betrieblichem Lernen besonders deutlich.

Seminar "Ethische Herausforderung im pflegerischen Alltag"

Das Ethik-Seminar ist fester Bestandteil des zweiten Ausbildungsjahres, in dem praxisnah nach Kriterien für angemessenes Handeln gesucht wird. Die Möglichkeiten der modernen Medizin stellen Patienten, Angehörige, aber auch die im Gesundheitswesen Beschäftigten immer wieder vor schwierige ethische Konflikte. Entscheidungsfindung und Urteilsbildung hängen maßgeblich in diesem Bereich von fachlicher Kompetenz ab. Typische Fragen, mit denen wir uns dann auseinandersetzen, sind:

  • Wie begegne ich schwerkranken Patienten?
  • Wie reagiere ich auf den Sterbewunsch von Patienten?
  • Was muss ich im Umgang mit Sterbenden beachten?
  • Wie gehe ich mit Angehörigen um?
  • Wie gehe ich damit um, wenn es einen Konflikt im Behandlungsteam gibt?

Im Seminar werden verschiedene praxisnahe Wege aufgezeigt, die für die berufliche Praxis wichtig und hilfreich sind.

Führungsprojekt: Auszubildende leiten eine Station

Im Rahmen juristischer Grenzen sollen Auszubildende, an ihrem jeweiligen Standort, für eine Woche eine Station inklusive aller pflegerischer und organisatorischer Tätigkeiten übernehmen. Die Auszubildenden erfüllen unterschiedliche Funktionen innerhalb einer Schicht (z.B. Anleitung von Praktikanten oder Schichtleitung).

Bei der Umsetzung des Projekts werden sie von den Praxisanleitern vor Ort sowie den Lehrkräften der Schule unterstützt.

Im Vorfeld wird von den Auszubildenden ein Dienstplan erstellt sowie die Verteilung von Zuständigkeiten in der Versorgung der Patienten abgestimmt.

Zu den Zielen gehören beispielsweise die Übernahme von Verantwortung, das konsequente Üben von Pflegetechniken und administrativen Tätigkeiten, die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, Problembewältigung, Teamfähigkeit, Übernahme von Leitungsaufgaben und vieles mehr.

Hierbei können die Auszubildenden erfahren, wie sich der zukünftige, verantwortliche Arbeitsalltag einer examinierten Pflegekraft „anfühlt“. Ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung auf das Staatsexamen und die Zeit danach.